Demokratie in der PBZ

Offene Orte für offene Gesellschaften

Bibliotheken sind Orte des Wissens, der Begegnung und des Austauschs. Gerade in Zeiten von «Fake News» und zunehmender Polarisierung gewinnen vertrauenswürdige Informationen, Medienkompetenz und respektvolle Diskussionen an Bedeutung.

Als öffentliche und niederschwellige Einrichtung möchten wir demokratische Bildung fördern und Räume schaffen, in denen unterschiedliche Perspektiven Platz haben. Mit Veranstaltungen, Gesprächen, Workshops, Medienempfehlungen und Kooperationen mit Partner*innen widmen wir uns im Laufe des Jahres verschiedenen Fragen rund um Demokratie, Teilhabe und gesellschaftliches Zusammenleben.

Wir freuen uns auf die Begegnung mit Ihnen.

Persönlich mitgenommen

Welche Ideen bleiben hängen? Welche Perspektiven überraschen? Unsere Mitarbeitende teilen persönliche Eindrücke aus Veranstaltungen und Projekten rund um das Demokratiejahr.

SRF-Faktencheck

Wer kennt das nicht auch? Man sieht ein süsses Video von einem Reh auf dem Trampolin und dann stellt sich heraus: Alles nur Fake! Genau für solche Momente gibt es beim SRF das Netzwerk «Faktencheck». Es wird bei Unsicherheiten hinzugezogen und hilft, Fake-News als solche zu erkennen und Texte, Videos, Audios und Fotos zu verifizieren. Besonders beeindruckt haben mich die verschiedenen Möglichkeiten, wie man ein Bild oder Video als Fake erkennen kann. Von zu grossem Schattenschlag bis zu anatomisch unmöglichen Bewegungen ist alles dabei. Rahel Wagner, Bibliotheksleiterin

Brettspiel «NewsMaker»

NewsMaker zeigt auf spielerische und spannende Weise, wie Nachrichten entstehen. Die Spieler*innen übernehmen die Rolle einer Redaktion, wählen aus vielen Informationen die wichtigsten Geschichten aus und erleben, welche Auswirkungen ihre Entscheidungen haben. Das Brettspiel stärkt Medienkompetenz und kritisches Denken und eignet sich besonders für Schüler*innen ab 12 Jahren. Das Spiel ist in der PBZ Schwamendingen ausleihbar. Christina Villiger, Bibliotheksleiterin

«Unterwegs sein ist mein Leben»

Mein Abend mit Carmen Rohrbach. «Ich dachte, ich sei diejenige, die nicht reinpasst. Erst nach der Flucht begriff ich, dass es das Regime war.» In der PBZ Altstadt erzählte Carmen Rohrbach von ihrer Kindheit, ihrem riskanten Weg, der Sehnsucht nach Entdeckung und ihrem Leben im Westen. Ihre Präsenz machte spürbar, welche Opfer Freiheit fordert. Ein Abend, der uns daran erinnert: Unsere Demokratie ist keineswegs selbstverständlich. Frances Mauder, Leitung Events

Verbotene Bücher

Wenn Bücher aus Bibliotheken und Schulen entfernt werden, betrifft das weit mehr als einzelne Titel. Es geht um die Frage, welche Geschichten erzählt werden dürfen, welche Perspektiven sichtbar bleiben und wer Zugang zu welchen Informationen erhält. Besonders in den USA ist die Zahl der «Book Bans» in den letzten Jahren stark gestiegen. Bücher werden unter anderem wegen ihrer Auseinandersetzung mit Rassismus, sexueller Orientierung, Geschlechtsidentität, Religion oder gesellschaftlichen Konflikten angefochten oder aus Regalen entfernt. Diese Entwicklung ist besorgniserregend. Bibliotheken sollen Menschen den Zugang zu unterschiedlichen Meinungen, Erfahrungen und Lebensrealitäten ermöglichen.

Die folgende Auswahl zeigt einige bekannte Beispiele von «Banned Books» in den USA und dürfte Sie überraschen. Denn betroffen sind nicht nur politische Schriften oder kontroverse Sachbücher, sondern auch Kinderbücher, Jugendromane und literarische Klassiker, die heute als selbstverständlicher Teil unseres kulturellen Erbes gelten. Die Liste macht deutlich, dass der freie Zugang zu Literatur und Informationen keine Selbstverständlichkeit ist.

  • Die Tribute von Panem (The Hunger Games) von Suzanne Collins
  • Der Report der Magd (The Handmaid's Tale) von Margaret Atwood
  • Farm der Tiere (Animal Farm) von George Orwell
  • Das Tagebuch von Anne Frank
  • Der Zauberer von Oz von Lyman Frank Baum
  • Wo ist Walter von Martin Handford
  • Tim in Amerika (Tintin en Amérique) von Hergé
  • Die Abenteuer des Tom Sawyer von Mark Twain
  • Wo die wilden Kerle wohnen von Maurice Sendak
  • Pu der Bär (Winnie-the-Pooh) von Alan Alexander Milne
  • Drachenläufer (The Kite Runner) von Khaled Hosseini
  • Fahrenheit 451 von Ray Bradbury

Möchten Sie mehr über verbotene Bücher erfahren? Dann besuchen Sie zwischen dem 14. und 19. September die Veranstaltungen im Rahmen der Demokratiewoche im Rathaus Zürich. Wir sind mit einer Pop-Up-Bibliothek mit verbotenen Büchern vor Ort.

Weiterführende Infos und Angebote von Partner*innen

Podcast «Lieblingsort Bibliotheken»: Living Library in der PBZ

Was passiert, wenn Menschen statt Bücher ausgeliehen werden? In dieser Episode der Podcast-Reihe Lieblingsort Bibliotheken widmet sich Laura Bachmann der Living Library «Geflüchtet in die Schweiz» der PBZ. Im persönlichen Gespräch teilen Geflüchtete ihre Geschichten, Erfahrungen und Perspektiven, jeweils für 20 Minuten. Das Format schafft Begegnungen, baut Vorurteile ab und fördert den Dialog – zentrale Voraussetzungen für eine lebendige Demokratie.

Zur Podcast-Folge

 

Love Politics: Politik-Ausbildungsprogramm für Quereinsteiger*innen

Während fast die Hälfte der Schweizer Gemeinden Mühe hat, politische Ämter zu besetzen, fühlen sich viele engagierte Menschen von der Politik nicht angesprochen. Die überparteiliche und gemeinnützige Organisation Love Politics lancierte deshalb am März 2026 ihr erstes Ausbildungsprogramm nur für die Schweiz. Das Ziel: mehr junge Menschen, Nicht-Akademiker*innen und Frauen für ein politisches Engagement auf Gemeindeebene zu begeistern und sie für die herausfordernde Aufgabe vorzubereiten.

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