Saatgutbibliothek in der PBZ Altstetten

In der PBZ Altstetten können Sie im Frühjahr Saatgut mitnehmen und im Herbst die gewonnenen Samen wieder in die Saatgutbibliothek zurückbringen. So können Sie neue Sorten entdecken und lernen, wie Sie eigenes Saatgut gewinnen. Gleichzeitig leisten Sie einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit und gegen Saatgut-Waste. Nicht zuletzt ermöglicht es die Saatgutbibliothek, sich von standardisiertem Saatgut* zu lösen, das sich nicht neu versamen lässt.

Die Saatgutbibliothek wurde gemeinsam mit dem Gemeinschaftsgarten Grünhölzli entwickelt und lädt dazu ein, das Gärtnern (wieder) zu entdecken und sich mit Pflanzenvermehrung und Samenbau zu beschäftigen. Das Angebot ist kostenlos.

So funktionierts

  1. Gewünschtes Saatgut in der PBZ Altstetten aussuchen und mitnehmen. Bitte nur so viel mitnehmen, wie wirklich benötigt wird.
  2. Saatgut zuhause im Garten oder auf dem Balkon aussäen.
  3. Samen aus den gezogenen Pflanzen ernten. Detaillierte Informationen und Anleitungen zur Saatgutgewinnung finden Sie in der PBZ Altstetten. Eine Übersicht aller Saatgut-Bücher in der PBZ gibt es hier: Saatgutbücher in der PBZ
  4. Samen in die PBZ Altstetten bringen, in die bereitgelegten Tüten verpacken, beschriften und in die Saatgutbibliothek einsortieren.

Zugelassenes Saatgut

  • Selbstgeerntete Samen von Blumen, Gemüse und Kräutern
  • Gekaufte Bio-Samen von Blumen, Gemüse und Kräutern

Nicht zugelassenes Saatgut

  • Selbstgezogenes Saatgut von Kürbisgewächsen
  • Gekauftes F1-Saatgut oder selbstgeerntete Samen von F1-Pflanzen

Regeln

  • Das Saatgut darf nur ohne Benutzung von Chemie, Pestiziden oder chemischen Düngemittel ausgesät werden.
  • Die Samen von Hülsenfrüchten (Bohnen, Erbsen, Linsen) werden vor der Abgabe in der PBZ Altstetten für eine Woche in den Gefrierschrank gelegt, um Schädlinge abzutöten.

Nützliche Links

*Standardisiertes Saatgut: Beim Grossteil des weltweiten Saatgutvorkommens handelt es sich um Hybrid-, respektive F1-Saatgut, das durch spezielle Züchtung zwar sehr ertragreich ist, sich jedoch nicht weitervermehren lässt und zu einem grossen Teil auch durch Patente geschützt ist. Dieser Umstand beeinflusst vor allem die Ernährungssicherheit von Ländern des globalen Südens. Doch auch in unseren Breitengraden sind Auswirkungen der Saatgutpraxis zu spüren: Die landwirtschaftliche Biodiversität nimmt seit rund einem Jahrhundert stetig ab. Rund ¾ unserer Nahrung beziehen wir inzwischen von 12 Pflanzen und 5 Tierarten, die Vielfalt innerhalb dieser Arten ist extrem gering. Für die Ernährungssicherheit ist die landwirtschaftliche Biodiversität jedoch elementar.
Quelle:
Gefährliche Marktkonzentration | Public Eye