News 10. September 2026

PBZ Altstetten: Frische Ideen für die Raumgestaltung

In der PBZ Altstetten entsteht gerade einiges Neues: Wenn sie im Dezember wieder öffnet, ist sie nicht nur schön gestaltet, sondern als Open Library auch täglich von 6 bis 22 Uhr zugänglich. Gleichzeitig entstehen neue Räume zum Lernen, Arbeiten, Spielen und Begegnen. Wie gestaltet man eine Bibliothek für diese unterschiedlichen Bedürfnisse? Darüber haben wir mit dem Kollektiv UME gesprochen, das die Auffrischung der PBZ Altstetten massgeblich mitgestaltet.

Wer ist das Kollektiv UME?
UME: Alan, Enna, Fabricio, Florian, Mica und Remo sind UME – sechs Spatial Designer*innen, die gemeinsam an der HSLU Design Film Kunst studierten. Aus der Überzeugung, dass gut gestaltete Räume mehr Identität, Integration und Interaktion ermöglichen, gründeten wir 2025 ein Kollektiv in Luzern.

Der Begriff «ume», die Kurzform von «umenand», bedeutet «da sein» und «vor Ort sein», womit die physische Anwesenheit im Raum gemeint ist. Für uns beinhaltet der Begriff aber noch mehr; nämlich da sein im Sinne von leidenschaftlich mitdenken und sich engagieren.

Wie setzt ihr beim Projekt «Auffrischung PBZ Altstetten» Spatial Design um?
UME: Spatial Design versteht Raum als aktives Medium unserer Gestaltung und Vermittlung. Wir entwickeln räumliche Konzepte, die nicht nur ästhetisch funktionieren, sondern gezielt auf menschliche Bedürfnisse, alltägliche Abläufe und soziale Interaktionen reagieren.

Beim Projekt «Auffrischung PBZ Altstetten» arbeiten wir konsequent nutzer*innenzentriert und bedürfnisorientiert. Ausgangspunkt ist eine umfassende Analyse von Ort, Nutzer*innen und ihren konkreten Anforderungen. Diese Erkenntnisse übersetzen wir in klare räumliche Nutzungen, funktional durchdachte Strukturen und eine stimmige Gesamtorganisation. Darauf folgt die detaillierte Gestaltung, in welcher Materialien, Licht, Farben und Möbel festgelegt werden.

Was sind die grössten Herausforderungen beim Umbau einer bestehenden Bibliothek auf heutige Nutzungsbedürfnisse?
UME: Aus unserer Sicht liegt eine Aufgabe im Wandel selbst – im Übergang vom vertrauten Bild der Bibliothek hin zu einer neuen Vorstellung von Nutzung und Rolle. Dieser Veränderungsprozess betrifft nicht nur die Besucher*innen, sondern insbesondere auch die Mitarbeitenden und die sich wandelnde Rolle der Bibliothekar*innen. Unsere Aufgabe sehen wir darin, diesen Wandel räumlich voranzutreiben. Durch klare Gestaltungsmittel wird die Nutzung lesbar und Besucher*innen werden intuitiv durch den Raum geleitet.

Was ist für euch das Highlight der neuen PBZ Altstetten?
UME: Für uns ist das Highlight der Schritt von einer klassischen, bücherzentrierten Bibliothek hin zu einem Ort, an dem die Menschen im Mittelpunkt stehen. Die Bücher verschwinden dabei nicht, sondern rücken bewusst etwas in den Hintergrund und schaffen so mehr Raum für Begegnung, Austausch, Lernen und Aufenthalt.

Die Bibliothek wird zu einem echten Dritten Ort für das Quartier. Dafür schaffen wir unterschiedliche Bereiche und Atmosphären – vom klar gestalteten Kinderbereich über Lern- und Arbeitsplätze bis hin zu einer Gemeinschaftszone, einem Sitzungszimmer und einem Gamingbereich. Dabei lassen sich die verschiedenen Nutzungen an die Bedürfnisse der Besucher*innen des Quartiers und darüber hinaus anpassen. So kann sich jede*r die Bibliothek auf die eigene Art aneignen.

Für uns ist genau das der Kern des Projekts: Die Bibliothek wird nicht nur ein Ort, an dem Wissen zugänglich ist, sondern ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen und selbst Teil des Wissensaustauschs werden. Ein neuer Mittelpunkt für Altstetten – offen, lebendig und ein Ort, an dem man gerne bleibt.